Predigten

Predigt von Vikar Dariusz Tomczak am 22. August 2004 in Eynatten und Eupen

 

Predigttext aus dem Philipperbrief 4,6-7:

"Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus."

Liebe Gemeinde!

Viele Menschen haben als Kinder an Gott geglaubt und haben sich später enttäuscht zurückgezogen, weil ihre Erwartungen und Wünsche nicht in Erfüllung gegangen sind. Sie sagen, es gibt ja doch keinen Gott, denn er hat mir nicht geholfen.

In einem kurzen Satz fasst ein Mann seine Erfahrung zusammen, die er beim Beten gewonnen hat. Er spricht in diesem Satz zugleich Gott an.

Er sagt: "Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft" (Ps. 138). Sie können die Worte nachlesen in einem Gebet, das König David aufgeschrieben hat und das in der Bibel überliefert ist.

3000 Jahre sind vergangen seit David lebte und seitdem haben die Menschen immer wieder die gleiche Erfahrung gemacht: "Wenn ich dich anrufe so erhörst Du mich und gibst meiner Seele große Kraft".

So kann nur jemand reden, der ernsthaft versucht hat zu beten und danach erlebt hat dass ihm Gott ganz nahe kam und ihm antwortete. Heute, an diesem Sonntag, wollen wir uns mehr mit dem Thema Gebet befassen.

Ich lese noch einmal den ersten Vers zur heutigen Predigt vor:

"Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!"

Das griechische Wort Sorge heißt von seiner Wurzel her Kopfdrehung.

Alles, was sich ständig in meinem Kopf dreht, sind Sorgen, sind Ängste, gegen die ich gar nicht tun kann. Gerade im Leiden, auf schweren Lebenswegen, und im Blick auf das Kommende, überfallen uns viele Kopfdrehungen. Sie rauben uns die klare Besinnung. Solche Sorgen sind im Tiefsten jedoch Misstrauen gegen Gott.

Als ich 18 Jahre alt war, machte ich einen Ausflug von Krakau zu den polnischen Bergen Hohe Tatras. Das war Ende April und einige Wanderwege waren schon teilweise passierbar. Ich ging vom Tal zum gefährlichsten Berg Orla Perc hinauf. Das Wetter am Morgen war schön, viel Sonne, nur mit einigen kleinen Wolken. Ich ging nicht auf dem markierten Wanderweg weil dort noch viel Schnee lag, sondern ich wählte den eigenen Weg.

Ich musste klettern vom Stein zu Stein und obwohl dieser Weg steiler war, schien er mir viel kürzer zu sein. Um die Mittagszeit habe ich gemerkt, dass die Berge kaum noch zu sehen waren. Es kamen Wolken und es wurde sehr kalt. Zudem hatte es angefangen zu schneien. Das Wasser auf den Steinen verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit in Eis. Langsam begann ich zu rutschen und nur mit großer Mühe konnte ich mich auf einer Steinbank halten.

In dieser Zeit,  kurz vor der Spitze des Berges, entschloss ich mich umzukehren. Bald darauf bin ich jedoch gestürzt. Ich merkte, dass nach unten gehen war noch viel schwieriger. Jeder falsche Schritt konnte mich das Leben kosten. In dieser dramatischen Situation merkte ich, dass ich ganz allein in diesem Tal war. Nirgendwo konnte ich jemanden sehen. Ich bekam Angst. Zum ersten Mal in meinem Leben machte ich mir große Sorgen um mein Leben. Ich habe mich nämlich bereits Tot gesehen.

In dieser Verzweiflung betete ich zu Gott. Etwa zwei Stunden, vielleicht etwas länger, vielleicht etwas kürzer, betete ich ganz laut zu Gott. Ich habe die Uhr nicht mehr beachtet. Ich habe Gott gebeten mir zu helfen.

Und dann hörte ich eine Stimme, die aus meinen Herzen kam, nicht aus den Gedanken, aber aus dem Herzen, das war sehr ungewöhnlich für mich. Diese Stimme sagte zu mir: "Du sollst weiter nach oben klettern". Ich wusste, dass diese Stimme von Gott kam.

Ich begann also wieder nach oben zu klettern und eine Stunde später erreichte ich die Spitze des Berges. Oben angekommen erlebte ich eine neue Überraschung. Die andere Seite des Berges war noch steiler. Fast wie eine Wand hat diese Seite des Berges ausgesehen. Dann aber bemerkte ich nicht sehr weit von mir die Spuren einer Ziege. Ich folgte den Spuren und kam zu einer Stelle, wo es keine Steine mehr gab, dort lag ziemlich viel Schnee.

Obwohl es wegen der Lawinengefahr sehr riskant war, fuhr ich wie ein Skifahrer auf meinen Schuhen herunter. Nach einer halben Stunde war ich so weit unten, dass ich keine Angst  mehr zu haben brauchte.

Gott hat mein Gebet damals in den Bergen erhört. Er hat mir den richtigen Weg nach Hause gezeigt. Er hat mich aus meinen großen Sorgen um mein Leben befreit. Ich war von IHM gerettet worden. Gerettet, weil ich Gottes Antwort gehört habe. Ich habe diese Erfahrung gemacht und ich will sie auch weitergeben. Ein Christ, der betet, sollte nicht nach dem Amen-Sagen sofort mit anderen Menschen beginnen zu reden. Ein paar Sekunden Schweigen nach dem Gebet ist sehr gut angebracht. Es kann vorkommen, dass wir in dieser Zeit Gottes Antwort erleben, so wie ich damals. Nach einem Gebet kann eine große Hilfe selbstverständlich die Bibel sein. Gott redet meistens zu uns durch sein Wort.

Viele Menschen sorgen sich um das tägliche Lebensminimum.

Wir machen uns sorgen, um das Geld für Essen oder Kleider. Wovon bezahlen wir die Miete, die Versicherung, das Telefon, das Auto usw.

In Mt. 6, 31 sagt Jesus folgendes über das Sorgen:

"Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken. Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn eurer himmlischer Vater weiss, dass ihr all dessen bedürft"

Wir sehen, dass es für unseren himmlischen Vater unsere Sorgen keine Unwichtigkeiten sind. Er weiss was wir bedürfen, er will sich um unser tägliches Lebensminimum kümmern. Wir dürfen unsere Sorgen IHM in die Hände geben. Und er wird für uns sorgen. In seinem 1. Timotheusbrief sagt Paulus:

"Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir daran genügen lassen".

Gott weiss besser als wir was für uns nötig ist. Durch sich Sorgen machen, können wir unser Leben nicht sichern. Wenn wir den weltlichen Bindungen nachjagen, und uns nicht auf das Notwendige beschränken, dann gehören wir dieser Welt an. Als Gläubige sollten wir aber nach der zukünftigen Welt trachten und hier auf Erden das Reich Gottes suchen.

Nicht alle Menschen wollen auf Erden das Reich Gottes suchen. Einige suchen die Flucht vor den Sorgen im Alkohol, die andere in Drogen, wieder andere im Essen. So z. B. der bekannte Sänger Elvis Presley, zu dessen Grabmal in Graceland Tausende seiner Verehrer immer noch pilgern.

Dieser Mann hatte eine gute Stimme. Er hatte Erfolg und wurde so zum König des Rock and Rolls. Später hatte er so viele Fans dass er nicht ungestört aus seinem Haus gehen konnte. Das war für ihn ein großes Problem und darüber machte sich dieser berühmte Sänger viele Sorgen. Er versuchte zuerst durch Spaß seinen Sorgen zu entkommen. Nachts fuhr er allein auf der Achterbahn. Aber am Tag saß er einsam in seiner 18-Zimmer-Villa mit den 15 Fernsehgeräten. Später schluckte er Pillen (Medikamente) wie  Schokoladendrops. Letztendlich starb er an Fettsucht, weil er sich überfressen hatte.

Er hatte massiv gegen die Gebote verstoßen. Er richtete sich zugrunde weil er nicht mit seinen Sorgen umzugehen wusste. Er kannte die Lösung nicht, die Apostel Paulus uns im Vers 6 gibt: "Sorgt euch um nichts". Wir sehen also, dass die Sorgen auch ein Problem der Reichen sind.

Paul Gerhard hat es verstanden mit seinen Sorgen umzugehen. Schon als 16jähriger war er Vollweise und musste so auf sich gestellt die Zeit des 30jähriges Krieges durchstehen. Später nach einigen glücklichen Jahren seiner Ehe starb seine Frau. Von den 5 Kindern blieb ihm nur ein Sohn.

Trotzdem aber wusste Paul Gerhard dass er bei Gott geborgen ist und sich nicht mehr sorgen muss. Er sorgte sich nicht weil er durch das Gebet und das Lesen der Bibel eine enge Beziehung zu Jesus Christus hatte. Er wusste wohin er mit seiner Not, mit seinen Sorgen gehen konnte. Gott war für ihn die Anlaufstelle für alles was ihn bewegte. Er hat sein Leben ganz in Gottes Hand befohlen und sich unter seine Führung gestellt.

Ein Grund warum Paul Gerhard in den schlechten Zeiten froh sein konnte, war das Wissen, dass Gott keine Fehler macht. Auch wenn er die Wege Gottes nicht immer verstand, so hielt er doch an Gott fest. Ein anderer Grund seiner Freude war seine Dankbarkeit gegenüber Gott und die Freude über Gottes Schöpfung.

Darum brach das Gotteslob immer wieder in seiner Lieder durch.

Paul Gerhards Lieder sind eine Ermutigung Gott zu vertrauen und mit den Sorgen fertig zu werden. Auch heute, mehr als 300 Jahre später spürt man seine Stimmung in seinen Liedern und man merkt auch, was die Grundeinstellung seines Lebens war: Gott zu loben, ihn zu bitten und ihm zu danken.

Genau dazu ruft Apostel Paulus weiter im Vers 6: "lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!".

Beten kann man lernen, man kann es neu lernen. Wir sollen all das, was wir nicht in Milde tragen können, bei Gott im Gebet abladen.

Bei Gott dürfen wir uns ausweinen. Mit allem, was wir zu erbitten haben, dürfen wir zu Gott kommen. Auch mit dem was wir im Leben nicht verstehen.

Auch mit dem was uns zornig macht. Wir dürfen Gott anflehen, wir können uns vor Gott wie ein Kind vor seinem Vater ausweinen.

Mit Lob und Preis sollten wir jedes Gebet beginnen. Es ist ein Ruf zu Gott, der das Gebet eröffnet. Immer zuerst sollten wir Gott als Schöpfer verherrlichen.

Erst dann können wir zu den persönlichen Bitten übergehen.

Die Steigerung im Bitten führt weiter zum Flehen. Flehen ist ein Verlangen und bringt das Ringen mit Gott. Mann kann dabei z. B. in einem Wald ganz alleine sehr laut zu Gott beten, sogar zu IHM "schreien", wenn es nötig ist.

Dadurch können wir alle unsere Nöte und Sorgen bei Gott abladen. Nach dieser Phase des Gebets kommt die fröhliche Danksagung für Gottes Zuhören und möglicherweise Gottes Erhören.

Manchmal tut der Christ so, als ob Gott mit seinen Problemen nicht fertig werden würde. Er sagt ihm zwar seine Nöte, trägt aber weiterhin alle Sorgen mit sich herum. Es ist nicht einfach, die Sorgen loszulassen, geschweige denn, sie auf Gott zu werfen. Alles Menschliche und Natürliche in uns wehrt sich dagegen. Und doch will es Gott von uns, dass wir dies lernen.

Ich habe einen 7-jährigen Sohn. Er heißt David. Ich würde es niemals erfahren dass er eine Geschichte von mir hören will, wenn er in seinem Zimmer bliebe und etwas unter seiner Nase murmelte. Er kommt auf mich einfach zu und sagt mir, er würde gern eine neue Geschichte hören. So erfahre ich von ihm, dass ihm das wichtig ist.

Mit meiner Frau ist es ähnlich. Wenn ihr etwas wichtig erscheint, kommt sie auf mich zu und sie sagt mir das klar und deutlich. Sie könnte zwar schweigen, sie tut das aber nicht, sie sagt mir das laut. Sie spricht zu mir. Sie redet was ihren Kopf gerade beschäftigt.

Auch Gott möchte von uns keine gesetzlich tönende Reden hören. Er will, dass wir IHM unsere Sorgen laut mitteilen. Gott freut sich sehr wenn wir mit IHM sprechen.

Das Gebet ist nämlich ein Gespräch und kein Monolog. Wir dürfen IHN anrufen, wir dürfen zu IHM kommen so wie wir sind.

Alles was uns belastet, wie die Sünde, können wir im Gebet vor Jesus Christus aussprechen. Warum ist das so wichtig?

Nun, die Bibel meint mit Sünde etwas viel tieferes und umfassenderes als nur bewusste Vergehen und Verstöße gegen die Zehn Gebote. Die Bibel meint mit Sünde die Absonderung, die Trennung von Gott und die Gleichgültigkeit, die Eigenwilligkeit des Menschen Gott gegenüber.

Jesus hat die Schuld von jedem Menschen auf sich genommen. Er starb dafür. Er hat mit seinem Leben Eure und meine Sünden bezahlt. Jesus ist gestorben damit Sie und ich die Gemeinschaft mit Gott im Himmel haben dürfen. Jesus ist auferstanden und hat damit den Tod überwunden. Er hat uns mit Gott Vater versöhnt. Deshalb können wir als Menschen Jesus Christus um die Vergebung der Sünden im Gebet bitten. Jesus vergibt denen, die Busse tun.

In diesem Glauben an Jesus Christus, können Sie Gott auch alle Ihre Nöte sagen.

Ihre Angst vor Schmerzen, oder von einer Operation, die Problemen die Sie zu Hause haben, die Sorgen um Ihre Familie, die Schwierigkeiten, die durch Ihre Krankheit für Sie in Ihrem Beruf entstehen. Alles das was Sie in Ihren schlaflosen Stunden beunruhigt. Gott hört sich das allen nicht nur an, er wird Ihnen helfen. Gott wird Ihre Gebete nicht immer in der Weise erhören, dass er einfach Ihre Wünsche erfüllt, manchmal auch das. Aber er wird Sie im Glauben stärken, Ihnen die Kraft geben mit den Schwierigkeiten fertigt zu werden und er wird Ihr Leben so ordnen wie es für Sie am Besten ist. Sie werden seine Nähe spüren und sich nicht mehr fürchten.

Und dann werden Sie das erleben, wovon Paulus im Vers 7 spricht:

"Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus."

Der Friede Gottes hat nichts mit dem politischen Frieden zu tun. Der Frieden Gottes ist nicht der römische Frieden, auf Lateinisch: Pax Romana.

Paulus verheißt uns, dass der Friede Gottes in dieser verlorenen Welt zu erleben ist. Jeder, der den Herrn Jesus Christus kennt, kann schweres durchmachen, sogar dem Tod ins Augen sehen, und trotzdem den Frieden Gottes in seinem Herzen haben. Wenn der Ehepartner stirbt, wenn die Kinder krank werden oder wenn wir die Arbeit verlieren – immer kann ich den Frieden Gottes haben, den ich mit dem Verstand nicht begreifen kann.

Wir mögen an einem Grab Tränen vergießen, aber wir können einen bleibenden Frieden Gottes, eine tiefe innere Ruhe haben.

Im Kolosserbrief 3,15 lesen wir: "Und der Friede Christi ... regiere in euren Herzen". Herz bedeutet ursprünglich den Kern einer Sache, das Wichtigste daran, den vornehmsten Teil, durch den das Ganze repräsentiert werden kann. Herz ist das Zentrum des Menschen. Im Herzen fallen die geistlichen Entscheidungen über das Verhältnis des Menschen zu seinem Gott, über Glauben oder Ungehorsam.

Manche glauben, dass sie Jesus Christus als ihren Erlöser kennen, aber sie haben ihn nicht wirklich zu ihrem HERRN gemacht. Der Friede Christi regiert nicht in ihren Herzen. Sie stehen in den Kämpfen und Anfechtungen, in den Belastungen und Bedrängnissen ihres Lebens alleine da. Der Mensch, der den Frieden Gottes hat, weiss warum er lebt und wohin er geht. Der Frieden Gottes, den es nur in Jesus Christus gibt, bedeutet Schutz für diejenigen, die zum Herrschaftsbereich Jesu Christi gehören. Selbst eine anstehende Verfolgung gibt keinen Grund zur Sorge für diejenigen, die sich in Christus geborgen wissen. Unser Herz und unsere Sinne werden nämlich durch den Frieden Gottes bewahrt. Und dieser Friede Gottes überragt allen Verstand.

Der Friede Christi ist eine Wirklichkeit, die jegliche menschliche Vernunft übersteigt. Dass Gott den Frieden zum Menschen bringen will, der in der Sünde lebt und wie ein Feind für Gott ist, übersteigt den menschlichen Verstand. Das können wir nicht fassen, dass der allmächtige und ewige Gott inmitten eines unbegreiflich großen Universums sich nicht nur für uns Menschen interessiert, sondern seinen eingeboren Sohn opferte damit wir in Ewigkeit Frieden in seiner Gemeinschaft haben können.

Als ich im Berner Oberland wohnte, habe ich die Witwe eines Predigers kennen gelernt, die in ihrem Herzen ganz vom Frieden Gottes erfüllt war. Dieser Frieden Gottes konnte man dieser alten Dame auf dem Gesicht ablesen. Sie strahlte eine so tiefe innere Ruhe aus, dass ich mich in ihrer Gegenwart wohl fühlte. Diese gläubige Christin machte den Herrn Jesus nicht nur zu ihrem Erlöser sondern auch zu ihrem persönlichen Herrn und zwar jeden Tag immer wieder. Als sie z.B. samstags nach Thun einkaufen ging, betete sie zuerst zu Gott, dass sie auch ja nichts Falsches einkaufe. Sie hatte viele Gäste bei sich, und sie diente allen diesen Gäste ganz liebevoll. Sie hatte große Freude am HERRN und sie konnte diese Freude auch weiter geben. Beim Singen der alten christlichen Lieder hat man das besonders gespürt. Viele Menschen wurden zum HERRN hingezogen, berührt durch das heilige Leben dieser gläubigen Witwe. Als ich sie kennen lernte, überwältige auch mich dieser Friede Gottes, den diese alte Witwe ständig in ihrem Herzen trug.

Ich habe später die Ehre gehabt an ihrem Sterbebett sitzen zu dürfen als sie vom HERRN in die Ewigkeit berufen worden ist.

In dieser Nacht als sie starb, im Spital von Thun, es war früh am Morgen, habe ich geweint, weil ich einen lieben Menschen verloren habe. Gleichzeitig konnte ich mich freuen und mein Gesicht sah fröhlich aus weil der Friede Gottes auf mich kam. Der Friede Gottes erfüllte mein ganzes Herz und sogar der Arzt und die Krankenschwester haben gemerkt dass etwas besonderes geschehen ist. Vielleicht waren da auch viele Engel Gottes in diesem Spitalzimmer, ich weiss es nicht mehr. Aber einst wusste ich ganz genau, diese gläubige Christin, der in ihrem Leben den Frieden Gottes besaß, ist in diesem Frieden Gottes gestorben und zu ihrem HERRN heimgegangen.

Und das war ein wunderbares Erlebnis für mich, das mich im Glauben noch mehr stärkte. Nun ist jeder Christ aufgefordert, sich durch den Frieden Gottes erfüllen zu lassen. Der Frieden Gottes, den es nur in Jesus Christus gibt, wird jeden solchen Christen in seinem Leben bewahren. Ich habe erlebt was die Bibel sagt:

"Wenn ich dich anrufe so erhörst du mich und gibt meiner Seele große Kraft".

Amen.