Predigten

Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 24. April 2016

 

Liebe Gemeinde,

Immer wieder begegnet uns in der Bibel der Begriff des Murrens. Vor allem das Neue Testament warnt uns davor. So heißt es in 1. Korinther 10,9f:

„9 Lasst uns auch nicht Christus versuchen, wie einige Israeliten [von ihnen ihn] Gott versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht.

10 Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten und wurden umgebracht durch den Verderber.

11 Dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist.

Gott hatte unter den Israeliten große Wunder getan. Sie erlebten die gewaltigsten Wunder, welche die Menschheit je gesehen hat. Sie hatten erlebt, wie Gott eine der stärksten Nationen seiner Zeit in die Knie zwang und ein Volk von Sklaven, ohne irgendwelche Kampfmaßnahmen in die Freiheit spazieren durfte und sogar noch Gold und Schmuck bekam, damit sie endlich gingen.

Dann erlebten sie, wie sich das Meer öffnete und Gott ihnen einen Weg bahnte, wo überhaupt kein Weg ist. Und ebenso wie Gott den Weg öffnete, so verschloss er den Weg auch vor den Verfolgern.

Und so erlebte ein ganzes Volk riesige Wunder, doch nach drei Tagen hatten sie es schon vergessen und schon fing das Murren an.

Das Neue Testament sagt uns, dass das für uns Christen aufgeschrieben wurde, damit wir daraus lernen können und nicht unbedingt dieselben Fehler machen müssen.

Darum will ich mit euch heute über das Murren nachdenken und was man dagegen tun kann.

1. Murren entspringt aus gott-fremden Elementen

Bei einer „Murr-Geschichte“ hießt es: Das fremde Volk aber unter ihnen war lüstern geworden. Da fingen auch die Israeliten wieder an zu weinen und sprachen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben?

5 Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und an die Kürbisse, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch.

6 Nun aber ist unsere Seele matt, denn unsere Augen sehen nichts als das Manna. (4. Mose 11)

Habt ihr gehört? „Das fremde Volk war lüstern geworden“. Es ist eine Illusion zu meinen, dass das Volk Gottes ein reines Volk Gottes ist. Damals sind nicht nur Israeliten aus der Sklaverei geflohen sind, sondern allerlei andere Leute, die mit den Lebensumständen unzufrieden waren und die dachten: „Woanders kann es nur besser werden.“

Aber letzten Endes waren diese Leute doch von einem anderen Holz geschnitzt. Sie waren zwar äußerlich dabei, aber innerlich waren sie Fremde geblieben.

Ähnlich wird es in unseren Gemeinden immer Menschen geben, die gehen mit, weil es bei den Christen ein leckeres Frühstück gibt, oder weil sie zuhause sich einsam fühlen, oder weil die Musik hier so schön ist. Aber ganz tief in ihrem Herzen sind sie noch „alte Ägypter“ geblieben.

Meist haben diese Leute aber ein Problem mit dem Grundnahrungsmittel der Christen. Das ist das Wort Gottes. Unser Manna ist das Wort Gottes, und letzten Endes Jesus selbst. Jesu Worte stärken und, geben uns Kraft, zeigen uns den Weg. Um Jesu Worte versammeln wir uns. Alles andere, die Aktivitäten, das Essen und Trinken, die Musik ist letzten Endes nur Beiwerk.

Und darum entsteht Murren oft aus unbekehrten Anteilen unserer Gemeinden vielleicht auch aus unserem eigenen Herzen. Besonders, wenn Gottes Wort uns langweilig erscheint und wir meckern: Schon wieder ein Bibelwort. Immer Jesus…, kann man denn nicht, und es gibt doch noch andere Philosophen, muss man denn immer vom Kreuz reden, …

All dieser Widerwillen gegen das Zentrale unseres Glaubens hat seinen Hintergrund, dass noch Fremdes in uns ist.

2. Murren geht einher mit Unzufriedenheit

An dieser Stelle sehen wir dass die Israeliten in der Wüste, also in einer lebensfeindlichen Umwelt genug zu essen und zu trinken hatten. Es heißt auch, dass das Manna sehr lecker war, dass man es würzen und es auf verschiedene Weise zubereiten konnte. Man konnte es kochen, braten und backen und natürlich auch roh essen. Und das alles in der Wüste.

Aber dem war nicht genug. Man wollte Knoblauch, Fische, Melonen, Fleisch. Letzten Endes waren die Israeliten nicht mehr dankbar für das, was sie hatten.

Ich denke, dass viel Murren da entsteht, wo man nicht mehr dankbar ist, für das, was Gott uns schenkt. Wenn man nicht mehr für seinen Partner danken kann, für die vielen guten Seiten und nur noch das sieht, was andere bieten. Oder auch in unserer Gemeinde. Gewiss, es gibt vieles, was man bei uns kritisieren kann, was man gerne anders hätte. Aber auf der anderen Seite ist euch schon einmal bewusst geworden, was ihr an unserer Gemeinde hier habt? Für das Manna, das es hier gibt?

3. Murren ist ansteckend

Die Unzufriedenheit beginnt bei einem oder zwei Personen im Herzen. Und wes des Herz voll ist, dessen läuft der Mund über. Der Murrer wendet sich an einen anderen und erzählt, worüber er so unzufrieden ist. Der andere hört es sich an und merkt dann auch plötzlich, dass Knoblauch auf dem Speiseplan fehlt. Ich habe mich mal mit jemanden unterhalten, der in der früheren DDR wohnte und in einem Gebiet wohnte, wo es kein Westfernsehen gab. Ich fragte: Haben euch nicht Bananen und Kiwis gefehlt?

Die Person antwortete: Nein, überhaupt nicht. Wenn man nicht an etwas denkt, dann fehlt es einem auch nicht. Dann kommt man gar nicht auf den Gedanken, dass einem etwas fehlt.

Aber dort, wo es Westfernsehen gab, da wurde man mürrisch, weil man all die Bananen, Kiwis, Tomaten in der Winterzeit sah.

Ich denke durch das Werbefernsehen werden wir zu Murrern quasi erzogen. Wir sehen ständig, was man alles haben könnte, um glücklich zu sein und dann fängt man an unzufrieden zu sein.

Dieses Vor Augen Malen, was alles besser sein könnte, ist sehr ansteckend und macht das Herz unzufrieden.

4. Murren ist nicht lösungsorientiert

Wenn wir genauer den Wortlaut des Murrens hören, dann geht es nur darum, dass über etwas gejammert wird. Es geht aber nicht darum, dass man überlegt, wie man einen Missstand überwinden kann.

Wenn euch jemand beiseite nimmt und sich über irgendetwas beklagt, dann macht einen Test. Sagt einfach: Komm, wir gehen zu der oder der Person hin und reden darüber. Vielleicht finden wir eine Lösung.

Wenn es sich um einen Murrer handelt, dann wird er einen Rückzieher machen. Ich habe schon oft Leute erlebt, die schimpften, meckerten und kritisierten und malten den großen Abfall der Endzeit an die Wand, aber als es dann darum ging, die Sache zur Sprache zu bringen, hatte ich keine Unterstützung mehr. Warum – murren ist destruktiv. Es will zerstören und nicht aufbauen. Beim Murren der Israeliten kommt auch immer der Tod ins Spiel. Es heißt, es wäre besser, wenn wir dort gestorben wären. Da ist es offensichtlich, dass es sich nicht um Gottes Geist geht, der uns zur Umkehr leitet, der aufbaut, sondern um den Geist der Zerstörung und des Todes.

Murren verbreitet eine Atmosphäre des Glaubens

Weil der Geist des Murrens letzten Endes keine Lösung will, zerstört Murren vor allem den Glauben. Den Glauben, dass Gott eine Lösung hat. Von außen betrachtet kann man doch nur den Kopf schütteln. Die Israeliten hatten so viele Wunder erlebt mit Gott. Jeden Tag erlebten sie seinen Beistand und seine Hilfe, wie kein anderes Volk der Welt das jemals erlebt hat. Und trotzdem sinkt ihr Mut und sie murren. Murren ist Unglaube pur. Und ohne Glauben, das ist eine sehr ernste Sache: Ohne Glauben können wir Gott nicht gefallen.

Wir brauchen Gott keine Werke vorweisen, um ihm zu gefallen. Aber wenn wir ihm und seiner Macht nicht mehr vertrauen, dann hat er kein Gefallen mehr an uns. Und das ist das Ziel des Murrens. Es will unseren Glauben zerstören.

Murren lässt uns durch die Wüste irren

Als die Israeliten an der Grenze zum gelobten Land standen, da trieben sie es zu weit mit dem Murren. Als Konsequenz ließ Gott die ganze Generation vierzig Jahre durch die Wüste irren. Merkt ihr, dass Murren nicht nur eine kleine Bagatellsünde ist. Im Sinne: „Die Wahrheit darf man doch noch sagen, ein bisschen meckern muss doch noch erlaubt sein.“

Nein, meckern führt weg vom gelobten Land, in dem Milch und Honig fließen – wo alles blüht und grünt. Meckern führt in die Wüste. In das Land wo es nichts gibt und wo man sich nur im Kreis dreht.

Murren ist gefährlich-

Darum müssen wir jetzt einmal schauen, was es gegen das Murren gibt:

Danken im Kleinen.

Es gibt so viele Dinge für die wir dankbar sein können. (pers. Erleben). Wenn wir den Blick auf das richten, was Gott uns alles schenkt, dann verliert die Unzufriedenheit an Boden.

Klagen

Wenn die Israeliten gemurrt haben, dann war es nicht immer nur Unzufriedenheit, dann waren sie manchmal auch in großer Not. Zum Beispiel sind sie drei Tage lang gewandert und hatten überhaupt kein Wasser mehr. Alle Vorräte an Flüssigkeit waren ausgetrunken. Stellt euch einmal vor – die kleinen Kinder schreien nach Wasser und niemand kann ihnen auch noch einen Tropfen geben. Und dann sahen sie einen Tümpel mit Wasser. Alle schreien laut vor Begeisterung und die Stärksten laufen los und stürzen sich auf den Tümpel mit Wasser. Gott, du bist groß, Gott du hast uns geholfen, Gott, du bist unser Retter.

Die schnellen jungen Burschen erreichen den Teich und stürzen sich ins Wasser und trinken. Doch beim ersten Schluck schmecken sie, dass das Wasser ungenießbar ist.

Gott, was soll das? Gott willst du uns verderben. Könnt ihr euch vorstellen, wie die Leute enttäuscht sind. Sie haben so viel mit Gott erlebt und jetzt scheint er sie einfach hängen zu lassen.

Aber Gott will uns nicht hängen lassen, sondern er will, dass wir eine Lektion lernen. Denn im Volk Gottes waren nicht nur Murrer, sondern auch Mose. Und Mose klagte Gott. Er schrie zu ihm. Warum? Weil Mose trotzdem bei Gott die Lösung suchte, obwohl er sie zu enttäuschen schien.

Merkt ihr: Das ist der Unterschied. Beim Murren sieht man die Lösung nicht mehr bei Gott. Beim Klagen macht man alles von Gott abhängig. In den Klagepsalmen da schimpft man mit Gott, wirft ihm Schläfrigkeit und Letargie vor, vergleicht ihn mit einem Sklavenhalter, man kämpft und ringt mit ihm.

Aber in einer Sache bleibt man gewiss: Gott kann.

Gott kann töten und auch wieder lebendig machen.

Und wenn er einen niedergerungen hat, dann lässt man ihn nicht einfach los, sondern fordert ihn heraus, dass er einen auch wieder aufrichtet.

Dieses Klagen ist eine Art Gebetskampf, ein Ringen. In keiner Wettkampfart ist man so nah am Gegner, wie beim Ringen. So führt uns der Klagekampf ganz in die Nähe Gottes. In eine ganz intensive Beziehung zu Gott hinein, weil man so verzweifelt ist.

In den Klagepsalmen kommt oft plötzlich ein Durchbruch. Ein: „Du aber bist gütig…“ Und dann plötzlich ist man eins mit Gott.

Ich glaube, das ist das Ziel, was Gott will. Dass wir eins mit ihm werden.

Und so kommt es, dass Murrsituationen uns dicke Gebetsbretter bohren lassen.

Wenn wir auf das Murren verzichten und Gott unsere Not klagen, dann beten wir intensiver.

Michael Kimuli erzählte von einem Freund, der in einem großen Maschinenbaubetrieb arbeitete. Der Betrieb bekam einen Großauftrag, eine aufwändige und äußerst teure Maschine irgendwo in Asien zu installieren. Weit weg von zuhause und weit weg von einer guten Infrastruktur. Ein ganzes Team reiste dorthin und baute die Maschine auf. Doch dann gab es eine Unachtsamkeit. Die Maschine wurde nass und die ganze Elektronik und alles war im Eimer.

Es war für die ganze Gruppe schrecklich. Die Mitarbeiter fluchten und schimpften und waren total entmutigt.

Da traute sich der Christ und sagte: Wir können doch es einmal mit Gebet probieren.

Die Gruppe war so verzweifelt, dass sie wirklich alle um die Maschine stellten und der Christ bat Gott um Hilfe.

Nach dem Amen schaltete man die Maschine ein. Nichts tat sich. Sie blieb stumm.

Die Gruppe sagte: Siehst du, das Beten hat auch nichts geholfen. Doch der Christ sagte: „Kommt, wir beten nochmals.“ Diesmal sagten die meisten: „Das ist doch Zeitverschwendung und gingen schon zurück ins Hotel.

Ein paar blieben noch und beteten nochmals. Nach dem Gebet versuchten sie es erneut. Wieder nichts.

Nun war der Christ allein. Aber er hoffte immer noch auf ein Wunder und sah immer noch, dass bei Gott die Rettung ist und er betete alleine weiter, fast die ganze Nacht hindurch.

Am anderen Morgen bat er den Maschinenführer noch einmal, es zu probieren. Das ganze Team belächelte ihn spöttisch. Doch man tat ihm den Gefallen. Und: Die Maschine lief.

Wenn Gott uns in Situationen führt, die uns Murren lassen wollen, dann will er nicht, dass wir murren, dass wir Unglauben verbreiten, dann will er wahrscheinlich, dass wir ein dickeres Gebetsbrettchen durchbohren sollten. Und dazu müssen wir all unsere Hoffnungslosigkeit und Mutlosigkeit Gott abgeben und auf ihn hoffen.

So kommen wir aus dem Kreislauf des Murrens heraus. Hinein in den Glauben, hinein in das Land, wo seine Verheißungen sich erfüllen, hinein in seine heilige Gegenwart und Liebe

Losungen

 

 

JAHRESLOSUNG 2017

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch
Hes 36,26

Kreatives Atelier

 

 

MEIN KREATIVES ATELIER

Nähkurs für Kinder ab ca. 9 Jahren:

Du möchtest mit der Hand nähen lernen? Vielleicht eine außergewöhnliche Handtasche, eine hübsche Schürze oder kuschelige Kissen selbst nähen? Als gelernte Damenschneiderin biete ich Dir weiterhin den richtigen Umgang mit der Nähmaschine an. Dazu alle wichtigen Schritte, z. Bsp., wie aus einem Stück Stoff ein richtiges Kleidungsstück entsteht. Mit Deiner Phantasie garantiere ich Dir viel Spaß beim Nähen lernen, denn es ist nicht schwer.

Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt und ich bitte um frühzeitige Anmeldung. Der Kurs findet 14-tägig mittwochs von 16.00 bis 18.00 Uhr statt, jeweils nach telefonischer Absprache. Die Unkosten für Stoffe und sonstiges Material sowie für Getränke betragen 2,00 € pro Nachmittag. Wenn Du eine Stoffschere und große HandNähnadeln zu Hause hast, dann bringe sie bitte mit.


Ich freue mich auf euren Besuch im Atelier, Eure Gosia.
Tel. 087 74 21