Predigten

Predigt von Pfarrer Martin Schuler am 03. Juli 2016

 

Liebe Gemeinde,

Paulus befasst sich mit einer Frage: Dürfen Christen einfach so sündigen?

Er hatte nämlich erläutert, dass durch Jesus alle Sünden vergeben sind und durch die Vergebung ist die Gnade Gottes noch größer.

Es folgt die Frage: Aber kann ich dann sündigen so viel ich will, wenn ich Gott dadurch nur noch gnädiger mache?

Paulus sagt nun einfach nicht, dass dieser Gedanke einfach Quatsch ist, sondern er begründet der Gemeinde, warum das nicht geht: Sünde und Glaube an Christus passen nicht zusammen, denn die Taufe trennt die Sünde von uns ab.

Er führt es im Predigtabschnitt für den heutigen Sonntag aus:

3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,

Bevor wir uns über die Argumentation Gedanken machen, möchte ich kurz noch einmal an einem Beispiel ausführen, was Taufe bedeutet.

Echte Fußballballfans zeigen die Sympathie für ihre Mannschaft nach außen. Sie sagen nicht nur: Ich bin für Belgien, Deutschland oder Italien oder ich bin für den Union Kelmis.

Nein, sie tragen zu den Spielen auch noch die Trikots in den Vereins- oder Landesfarben.

Was beabsichtigen die Fans damit? Ich denke, sie wollen sich mit ihrer Mannschaft eins machen.

Sie wollen damit sagen: Ich bin ein Teil dieser Mannschaft, die heute spielt. Wenn diese Mannschaft heute gewinnt, dann gewinne ich mit. Wenn sie verliert, dann verliere ich auch. Die Freunde der Mannschaft sind auch meine Freunde und die Gegner der Mannschaft sind auch meine Gegner. Kein echter Fan geniert, wegen seiner Mannschaft. Nein, er ist stolz auf sie.

So gibt es auch ein unsichtbar-sichtbares Trikot für uns Christen gibt. Ein Zeichen, das nach außen zeigt, dass wir Fan von Jesus und seiner Mannschaft sind, dass wir zu ihm gehören.

Etwas, was wir anziehen können, um der unsichtbaren Welt zu zeigen, dass wir ein Teil von Jesus Christus sind. Dass wir zu seiner Fangemeinde gehören, dass sein Sieg auch unser Sieg ist und seine Niederlage auch unsere. Das ist die Taufe.

Taufe ist bei uns leider etwas verkommen, als eine Art Familienfeier, die mit einem Gang zum Gottesdienst, gute Freunde sind die Paten, man beschenkt das Kind, es gibt noch lecker Kuchen am Nachmittag. Aber nachher bleibt alles beim Alten.

Das ist, als wenn man gerade bei einer Meisterschaft das Trikot der besten Mannschaft trägt, oder man gehört dazu, weil eben die anderen auch dabei sind. Aber ein echter Fan ist, wer seine Mannschaft von Herzen liebt.

So ist es auch mit der Taufe. Echte Christen sind wir nicht durch das Wasser. Das ist nur ein Zeichen. Echte Christen werden wir, wenn Gottes Geist in uns das Feuer der Liebe und den Glauben an sein Wort entfacht.

Aber trotzdem findet das Eins-Werden mit Jesus in der Taufe seinen Ausdruck. Nehmen wir also unsere Taufe dankbar an, dann können wir auch die Bedeutungen der Taufe in Anspruch nehmen.

Aber kommen wir zurück zur Argumentation des Paulus: Können wir einfach weitersündigen, wenn wir an Christus glauben, da seine Gnade durch die Vergebung nur größer wird. Die Antwort lautet nein.

Die Begründung lautet: Es ist nicht möglich, weil wir auf Christus getauft sind.

Taufe bedeutet, dass nicht nur wir uns eins mit Christus machen, sondern er auch mit uns. Und das bedeutet, dass er leiden und sterben musste. Taufe und Jesu Leiden und Sterben gehören zusammen.

In Verbindung mit der Taufe hat der Tod folgende Bedeutungen:

1. Der Tod macht totsicher Schluss mit unseren Möglichkeiten.

Tod ist etwas sehr endgültiges. Nichts ist auf unserer Erde so endgültig und unverrückbar wie der Tod. An einem Schicksal, an einem Los kann man immer wieder noch arbeiten, man kann das Beste daraus machen. Aber mit dem Tod ist alles aus. Es ist vorbei, es gibt nichts mehr zu gestalten, nichts mehr zu rütteln.

Und so ist der Tod das endgültige aus für unsere Sünde. Wenn wir tot sind, können wir nicht mehr sündigen. Wir können nicht mehr lügen, nicht mehr stehlen und betrügen, nicht mehr ehebrechen und herumhuren, nicht mehr die Sonntagsruhe verletzen, unseren Eltern Schande machen, wir können nicht mehr fluchen, irgendwelche falschen Götter anbeten oder voller Neid auf andere herabblicken.

Durch den Tod ist Schluss mit dem Sündigen.

Und Jesus akzeptiert diesen Sachverhalt. Er sagt Ja dazu. Es ist nicht möglich, dass in Ewigkeit gegen Gott rebelliert wird, dass immer wieder Sünde neue Sünde gebiert, dass immer wieder Unrecht geschieht, dass immer wieder Wesen leiden müssen. Nein, das muss unterbrochen werden.

Und darum sagt Jesus „Ja“ zum Sterben.

Aber, wenn wir unsere Taufe glaubend ernst nehmen wollen, dann müssen wir auch Ja zum Sterben sagen. Ja sagen, dass es mit der Sünde einen Schlusspunkt geben muss.

Wenn wir damit nicht einverstanden sind, dann akzeptieren wir im Grunde unsere Taufe nicht. Wenn ich meine Taufe ernst nehme, dann sage ich automatisch: Der Schlusspunkt meines Sündigens hat mit meiner Taufe begonnen und das akzeptiere ich.

2. Tod ist auch eine Strafe

Kaum jemand stirbt in der Regel gerne. Leben wird immer als Gnade, als Geschenk, als Sieg gesehen. Der Tod dagegen gilt oft als die Höchststrafe – selbst in unserem Rechtsbewusstsein sagt man manchmal, wenn etwas ganz schreckliches passiert ist: „Da gehört doch die Todesstrafe wieder eingeführt.“

Wenn Jesus nun am Kreuz stirbt, dann akzeptiert er auch die Bestrafung. Prophetisch sieht Jesaja Jesus folgendermaßen:

4Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.

5Aber er ist um unsrer Missetat1 willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

6Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.

Wenn Jesus als Unschuldiger stirbt, dann sagt er „Ja“ zu einer Bestrafung, die er selbst überhaupt nicht verdient hat, aber weil er sie nicht verdient hat, muss er nicht für seine eigene Schuld die Strafe erdulden, sondern hat sozusagen bei Gott dem Richter etwas gut.

Und weil er uns liebt, sagt er: Ich trage es für Martin, für die Christen in Kelmis / Eupen.

Wenn ich „Ja“ zu meiner Taufe sage, dann akzeptiere ich auch die Tatsache, dass Unrecht bestraft werden muss und Unrecht bestraft worden ist.

Mein Unrecht wurde vor 2000 Jahren am Kreuz von Golgatha.

Wie kann ich noch Freude an der Sünde haben, wenn ich akzeptiere, dass sie bestraft werden muss? Das wäre ja krankhaft. Strafe dient als Abschreckung, sie tut weh, sie soll dafür sorgen, dass ich die Finger davon lasse. Wenn ich also durch die Taufe die Strafe akzeptiere, wie kann ich dann weiter Sündigen wollen?

Und drittens bedeutet der Tauftod, dass der Sünder von der Bildfläche verschwindet.

Selbst für unsere Augen ist es unansehnlich einen Toten zu betrachten. Es ist irgendwie eklig. Ähnlich sieht Gott uns Menschen. Immer wieder heißt es in der Bibel, dass Menschen, die nicht in Christus wiedergeboren sind, lebendig tot sind. Eine Art Untote, die zwar noch herumlaufen, aber so richtig leben im Sinne von Schönheit und Leben erschaffen, von Frieden stiften, tun sie nicht. Damit der Tod durch das Verwesungsgift keine weitere Zerstörung anrichten kann, müssen Tote unbedingt begraben werden. Und so musste auch Jesus begraben werden. So verschwindet er aus dem Blickfeld Gottes. Mir geht es so, dass wenn ich etwas nicht mehr sehe, dass es mich dann auch nicht mehr groß berührt. Wenn ich nicht mehr vor Augen habe, was der andere mir Böses getan hat, kann ich auch wieder auf ihn zugehen. So ähnlich, sieht uns Gott dann nicht mehr als Sünder. Der Sünder ist begraben, er ist aus dem Blickfeld verschwunden.

Taufe bedeutet nun, dass unser „altes Ich“, der rebellische Adam begraben wird.

Gewiss passieren uns Christen immer wieder Sünden.

Das heißt aber nicht, dass wir Spaß daran haben, wir tun sie auch nicht mehr in voller Absicht, wenn wir überführt werden, dann bereuen wir sie, bekennen uns zu ihr und bitten um Gnade.

Unser tiefstes Wesen ist nicht mehr, dass wir Sünder sind. Der Sünder ist in Christus gestorben und begraben.

Eins mit Christus zu sein bedeutet, dass wir im tiefsten Wesen Menschen sind, die Gott geheiligt sind, Kämpfer, die gegen Sünde, Welt und Teufel ankämpfen, Lebendig in Christus in alle Ewigkeit.

Amen.

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