In Gottes Dienst berufen

Ich heiße Dariusz Tomczak und ich bin geboren und aufgewachsen in Krakow. Ich bin neunundvierzig Jahre alt, von Gottes Gnade verheiratet und von Gottes Gnade Vater von zwei Kindern.

Begegnung mit Gott

Als ich sechzehn Jahre alt war, dachte ich über den Sinn des Lebens. Ein Jahr später, während einem kurzen Ausflug zu den Bergen Hohe Tatras, habe ich einige Schwierigkeiten erlebt. Das Wetter am Morgen hat fast perfekt ausgesehen, nur mit einigen kleinen Wolken. Als ich begonnen hatte zu klettern, waren die Wetterverhältnisse optimal. Um die Mittagszeit habe ich gemerkt, dass sich die Bergen im Nebel zu verstecken begonnen haben. Es hat auch angefangen zu schneien. In dieser Zeit habe ich begonnen das letzte Stück von dem gefährlichen Berg Orla Perc zu ersteigen, um die Spitze zu erreichen. Aber jetzt habe ich große Schwierigkeiten gehabt zu unterscheiden, zwischen dem rutschigen Boden und der Luft. Ich habe mich entschlossen umzukehren, bevor ich die Spitze des Berges erreicht habe. Aber kurze Zeit nach dem ich umgekehrt war, bin ich heftig gestürzt. Ich habe gemerkt, dass nach unten gehen noch viel schwieriger war. In dieser Zeit habe ich begonnen, zu Gott zu beten und ich habe ihn gebetet mir zu helfen. Ich habe ihm versprochen, den Rest meines Lebens zu dienen, wenn er mir aus dieser elenden Situation helfen würde und mich nach Hause führen wird. Das erste Mal in meinem Leben nach einer längeren Zeit des Gebetes ich habe seine Stimme in meinem Inneren gehört: „Mein Sohn, du solltest weiter klettern nach oben“. Eine Stunde später habe ich als es schon begonnen hat zu dämmern, die Bergspitze erreicht. Von der Spitze des Berges habe ich einen anderen Weg entdeckt.

Die Suche

Seit dieser Erfahrung wusste ich, dass Gott, mich von dem Tod gerettet hat. Also begann ich fast jede christliche und nichtchristliche Gruppierung in meiner Stadt zu besuchen, um einen Weg zu finden, wie ich Gott dienen könnte. Aber ich habe nicht das gefunden, was ich gesucht habe. Ich suchte die Antworten auf meine Fragen in verschiedenen Büchern über Philosophie und anderen Religionen. Am Anfang fand ich das, was ich las, sehr beruhigend, denn in diesen Büchern wird ja auch von einem gewissen Sinn des Lebens gesprochen. Allmählich fand ich heraus, dass das nicht das war, was ich suchte.

Als ich die Technische Oberschule mit einem Beruf und allgemeiner Maturität beendet habe, habe ich mich einer Jugendgruppe angeschlossen, die mich ziemlich verwirrt hat. Dort lehrte man uns, dass Jesus Christus nicht mit der Bestimmung in die Welt gekommen sei, Leid zu tragen. Das Leid hätten ihm die Menschen zugefügt. Damals dachte ich, diese Gruppe sei der beste Weg für mich, Gottes Wort kennenzulernen. In Polen war es damals wie in Deutschland. Wenn einer aus Gewissengründen nicht ins Militär gehen kann, darf er einen Ersatzdienst leisten, z.B. in einer Kirche. Das tat ich. Zusammen mit meiner Jugendgruppe fuhren wir nach Deutschland und in die Schweiz, um Künstlerbilder zu verkaufen. Mit dem Erlös haben wir unsere Kirche unterstützt.

Besonders in der Schweiz, habe ich zum ersten Mal gehört, was der christliche Glaube sein sollte. In der Schweiz wohnten wir ein einer Pension „Freudenberg“ in Goldiwil bei Thun. Hier traf ich Frau Margrit Heiniger, die Witwe eines Predigers aus St. Chrischona. Schon gleich am Anfang habe ich mit ihr über grundlegende Fragen des Glaubens gesprochen. Jedoch, was mich am meistens bewegt hat, war ihre heilige Lebensart. Ich wollte auch so ein Christ sein. In der Bibel las ich dann vom Apostel Paulus: „Christus ist darum für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich selbst leben, sondern für ihn, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ (2. Korinther 5,15) Dieser Gedanke war neu für mich. Ich trat aus der Jugendgruppe aus und beendete meinen Ersatzdienst vorzeitig, was mir später einige Schwierigkeiten bereitete.

Begegnung mit Christus

Nach einer kurzen Zeit habe ich neue Erfahrungen mit Jesus gemacht in den schweizerischen Bergen, den Alpen. Ich habe einen gefährlichen Ski Unfall gehabt. Als ich im tiefen Schnee lag, bevor ich zum Krankenhaus kam, habe ich mein Leben wie in einem Film gesehen. Ich sah Jesu Augen voller Liebe und ich dankte ihm, dass er für mich starb. Ein großer Frieden kam über mich. Nun wusste ich, dass Jesus lebt und ich will von nun an ihm vom Herzen folgen. In dieser Weise bin ich ein Christ geworden.

Vorbereitung für den Dienst

Kurze Zeit später fing ich an, die evangelische Theologie in Basel zu studieren.  An der Universitären Theologischen Hochschule Basel besonders Prof. Huntenmann, Prof. Ouweneel und Prof. Külling und einige weitere Dozenten habe mein christliches Wissen geformt. Auch die Zeit mit schweizerischen Missionaren und Straßenkinder von ÜMG in Nordthailand hat mein christliches Leben stark beeinflusst. Jesus sagte einmal: „Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte“ Lukas 10.2

Familie aus Gottes Gnaden

Nachdem ich mit dem Theologiestudium in der Schweiz fertig war (inzwischen habe ich meine Verlobte geheiratet und Gott hat uns einen Sohn geschenkt), bat ich Gott, dass er uns den rechten Weg zeigen möge. Ich betete und schrieb zwei Worte im Google: „Pfarrer gesucht“. Prompt kam die Stellenausschreibung aus Ostbelgien. So sind wir im Jahr 2005 nach Eupen gekommen.

Ein Jahr später sind wir glücklich und dankbar über die Geburt unserer Tochter hier gewesen. Meine Frau hilft mir im Pfarramt. Ich schätze sehr die Arbeit der gesamten Kirchengemeindeleitung und vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wollen Menschen begleiten – angefangen bei der Geburt, in der Kinder- und Jugendzeit, als Erwachsene bis hin ins Alter. Ich hoffe als Pfarrer, dass meine Pflichten mich nicht davon abhalten, meine Nächsten und Fernsten so zu lieben, wie Gott in Jesus Christus liebt. Gottes Liebe gibt alles. Seine Gnade ist großzügig und Seine Liebe ist reichhaltig. Mein Gebet und Wunsch für uns alle ist, dass wir die Welt mit Gottes Augen sehen.

Wenn wir Menschen begegnen, sei es auf der Arbeit oder in der Freizeit, eine Gelegenheit zur Begegnung mit Jesus Christus für uns wird. Ich bete um Versöhnung unserer gespaltenen Welt. Ich bete, dass wir uns lieben, wie Gott uns liebt – mit Geduld, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Mögen wir immer wachsam sein und aus der Geschichte lernen. Mögen wir niemals vergessen, dass Gottes Geist in uns lebt. Möge Gott uns den Mut und die Kraft geben, uns für all das einzusetzen, was recht und gerecht ist. Alles erdenklich Gute, Gottes reichen Segen und viel Gesundheit wünscht Ihnen Pfarrer Dariusz Tomczak mit Ehegattin.